Über mich - meine Geschichte
Ich reite nun seit 20 Jahren (stand 2013) bzw. habe mit Pferden zu tun. Für mich steht nicht ausschließlich das Reiten im Vordergrund, sondern der Umgang mit Pferden.
In 20 Jahren Kontakt mit Pferden und Pferdeleuten haben ich viele Erfahrungen gesammelt, einiges gesehen und erlebt und einige Pferde korrigiert und ausgebildet. In den meisten Fällen liegt es leider nicht am Pferd, sondern am Besitzer, der entweder mal drauf los "ausgebildet" hat und sich zu eitel war Hilfe zu suchen oder einfach selbst nicht gemerkt hat das er/sie auf dem Holzweg war. Das Pferd ist hierbei der Leittragende.
Mit meinem ersten Reitbeteiligungspferd habe ich angefangen, Probleme mit anderen Augen zu sehen. Zuvor hieß es immer "der ist stur, bockig, ...", denn dieses Pferd wurde durch Menschenhand so wie er damals war. Unkontrollierbar in manchen Situationen, vom buckeln bis hin zu durchgehen war alles dabei. Ich hinterfragte also, was damals schief gelaufen ist, bzw. wie er als Fohlen ausgebildet wurde. Man sagte mir, er sei mit seiner Mutter irgendwo abgelegen auf einer Weide gestanden, evtl. noch mit anderen Fohlen und dann sei er irgendwann einfach verladen und von seiner Mutter getrennt worden. Nun braucht man kein Pferdemensch zu sein, um zu begreifen das dies eine Horrorerfahrung für dieses Fohlen war. Als ich ihn kennen lernte war er 10 Jahre alt, leider war dort nicht mehr all zu viel zu retten. Aber wir haben ein gutes Level gefunden.
Mit meinem ersten eigen Pferd, einer Haflinger Stute, in die ich mich "verliebt hatte", wollte ich das ganze anderes angehen. Ich kannte sie seit sie 14 Tage alt war, besuchte sie so oft es ging und holte sie dann mit ca. 1 Jahr ab. Von dort an stand sie in einer gemischten Herde allen Alters und ich beschäftigte mich täglich mit ihr. Mit kleinen Dingen wie von der Weide holen, putzen, füttern, waschen etc. Eben all das was man in diesem Alter schon lernen kann.
Diese Aussage, die man oft zu Ohren bekommt - zwischen 1 Jahr und 3 Jahren vergessen die alles wieder was die lernen, da lohnt sich die Arbeit nicht, deshalb kommt er/sie auf eine Fohlenweide, ist völliger Quatsch. Natürlich hat man immer wieder Phasen, in der ein Fohlen/ Jungpferd Rückschritte macht oder in eine Trotzpase kommt, aber hat man das nicht auch bei Kindern? Sollte man die dann nicht auch besser weg geben, bis sie 3 sind und dann wieder holen?
Lange rede kurzer Sinn, ich habe kein's meiner Pferde auf eine Fohlenweide gegeben. Sie standen immer in einer gemischten Herde, Stuten - Wallache - Jung und Alt. Denn in freier Natur gibt es sowas auch nicht.
Die Jungen lernen von den Alten, werden erzogen und in die Schranken gewiesen und das ist gut so!
Nun habe ich mittlerweile 4 eigene und diverse fremde Pferde ausgebildet und begleitet.
Nun ist meine erste Stute vor 2 Jahren Mutter geworden und wir haben im Frühjahr 2 Minishettys dazu bekommen.
Eine neue Herausforderung!
Viel Spaß beim lesen!
Ausbildungsschritte
Bella Luna ist am 25.07.2011 geboren.
Mutter: May of Melody (Haflinger)
Vater: Apollo (Haflinger)
Hier möchte ich euch Beschreiben, was bis zum Frühjahr 2013 in Lunas Leben passiert ist.
Gewöhnung an den Menschen
Für Fohlen sind wir "Zweibeiner" ganz komische Erscheinungen, die man erst einmal mit dem gebührenden Abstand in Augenschein nehmen muss. "Freund oder Feind" ... Nun heißt es Geduld haben und das Vertrauen gewinnen. Bei Luna dauerte es etwa eine Woche und aufeinmal waren Menschen toll. Nicht weil es bei denen was zu essen gibt, wie man meinen könnte, denn Ponys sind die reinsten Futtervernichter schon von Geburt an. Nein, es regnete in Strömen, der Pelz juckte und klein Lunchen stellte fest, das Menschen mit Ihren Fingernägeln ganz toll kraulen und kratzen können, von dort an hatten die Zweibeiner einen Sinn und wer so toll kratzen und kraulen kann, der kann nicht böse sein.
Halfter anzeihen und am Halfter laufen
Lunchen fand das eine ganz blöde Idee. "Warum soll man so ein blödes Ding an haben, ohne gehts doch auch". Wie immer ist alles leichter, wenn das Fohlen den Sinn versteht. So blöd das klingt. Zwingen macht nie einen Sinn. Also haben wir Luna das Halfter hin gehalten und Leckerlies so gehalten, dass sie mit dem Kopf in "das blöde Ding" rein musste. Immer und immer wieder. Bis wir geschafft haben es ihr über den Kopf zu ziehen. Die die kleine Dame von Anfang an immer Feuer und Flamme war, wenn es um's spazieren gehen ging, sind wir nur noch mit Halfter spazieren gegangen. Es dauerte 2 Tage und klein Lunchen hatte verstanden, dass man dieses Ding braucht um mit zu dürfen. Ab da an steckte sie schon immer den Kopf hin und lies sich ganz brav das Halfter anziehen. Ohne Zwang. Nun war sie gerade einmal 14 Tage alt und die wichtigsten Hürden hatten wir genommen.
Fohlenfütterung
Da sie mein erstes richtiges "Baby" ist, fragte ich damals den Tierarzt, ab wann so ein Fohlen normalerweise Müsli frisst oder fressen darf und solche Sachen wie Karotten, Äpfel etc. Die Antwort lautete damals: "frühestens mit 3 Wochen fangen Fohlen normalerweise an solche Sachen zu probieren. Lunchen war damals 3 Wochen zu früh dran und ein kleines, dünnes Häufchen Elend. Aber was den Appetit angeht schon ein echter Haflinger durch und durch. Von wegen 3 Wochen, nach 8 Stunden hat sie probiert ob man Moos, Holz, Gras essen kann ... nach 24 Std. Müsli. Und was man ohne Zähne nicht kauen kann, das lutscht man dann. Man ist ja schließlich flexibel.
Spazieren gehen - wenn die Mama keine Angst hat, muss das Baby auch keine Angst haben
Nach diesem Motto waren wir regelmäßig unterwegs und haben uns alles angeschaut. All die Monster, die man später als Reitpferd so trifft. War alles kein Problem, außer man wollte nur eine kleine Runde spazieren gehen und bald wieder nach Hause. Das fand klein Lunchen von Anfang an doof. Mittlerweile haben wir uns darauf geeigenigt, dass man nicht immer neue Wege und große, spannende Runden gehen kann. Straßenverkehr ist auch ganz alleine nichts wovor man Angst haben muss.
Klein Lunchen war nur leider von Anfang an schon so mutig und selbstständig, dass wir sie schon bald nicht mehr frei laufen lassen konnte.
Zuhause bleiben - ohne Mama
Lunchen stand mit ihrer Mama schon recht bald wieder in der gemischten Herde und interessant war, dass May die Verantwortung für ihr Kind an meinen Wallach abgab, zu dem sie ein sehr inniges Verhältnis hat. (Er ist 2006 geboren und kam Anfang 2007 mit knapp 8 Monaten zu mir) Calimero war ab da an Lunchens Nanny und passte auf sie auf als wäre er die Mutter. Keiner durfte ihr zu nahe kommen. Aus diesem Grund war es auch schon sehr früh überhaupt kein Problem sie allein Zuhause zu lassen und mit May ausreiten oder Kutsche fahren zu gehen. Ich musste sie nicht einmal in eine Box sperren. Sie drehte sich einfach um und ging zu Calimero um mit ihm im Stall Heu zu fressen. Ohne der Mama hinterher zu rufen.
Alleine spazieren gehen - ohne Mama und ohne Nanny
Alleine Zuhause bleiben ist das eine, alleine weg gehen eine andere Baustelle. Da man das aber auch irgendwann lernen muss, dachte ich mir eines Abends "wir versuchen es einfach". Da bei uns direkt an den Stall ein Waldweg grenzt, dachte ich, ich versuch ein Stückchen dort lang zu gehen, im schlimmsten Fall läuft sie nach Hause. Naja, so einfach war das nicht. Klein Lunchen fand das ganz toll. Ganz allein von Zuhause weg. Und fand die Idee nach 15 Min wieder nach Hause zu gehen ziemlich doof. Also wurde aus "ein Stückchen" dann ein ausgiebiger Spaziergang.
Gelassenheitsparcour 2012 - 50 Jahre Fahr- und Reitergruppe St. Peter
Da ich gerne jede Chance nutze, um herauszufinden wie cool meine Pferde sind und wie fest die Bindung zwischen mir und meinen Pferden ist, bin ich natürlich mit Luna und ihrer Mutter beim Gelassenheitsparcour gestartet. May ist natürlich wie immer super cool gewesen, aber auch Lunchen, die zuvor noch nie auf einem Turnier war, war cooler als die meisten alten. Sie hat alles mit gemacht und sogar den 2. Platz gemacht. Was wieder einmal beweist, wie wichtig eine gute Bindung und Vertrauen ist.
- Alles wichtige, was meiner Meinung nach zum Fohlen ABC gehört, haben wir bis Ende 2012 gelernt -
Die Mini-Shettys
Cockie
Schwarz-weiß Scheck-Stute, geboren 2011, Stockmaß 70 cm
Summer
grau-weiß Scheck-Stute, geboren 2011, Stockmaß 68 cm
Die beiden Minis stehen seit Oktober bei uns und gehören uns seit März 2013.
Auch wenn Sie klein sind, sie möchten beschäftigt werden. Aus diesem Grund habe ich im Mai auch bei den beiden mit der Ausbildung begonnen und möchte Euch hier darüber berichten.
Hier möchte ich Euch zuvor die Geschichte der Minis erzählen.
Wie alles begann
Wir haben im Herbst letzten Jahres den Stall und den Paddock erweitert, somit waren Plätze frei geworden. Kurz darauf erhielt ich einen Anruf. Eine Frau suchte für einen ältere Haflinger Stute sowie 3 Minishettys einen Übergangsplatz, für 2-3 Monate. Sie suchte sehr dringend und bat darum die Pferde schon am kommenden Wochenende abzuholen, da sie selbst keinen Hänger hatten.
Also wir dort ankamen, wussten wir auch, warum die Pferde dort dringend weg mussten. Es hatte zuvor tagelang geregnet und die Haflinger Stute stand bis über's Sprunggelenk im Matsch. Es gab keinen Fleck auf dieser Wiese, wo die Tiere hätten unterstehen können, noch wo sie hätten trockenen Fußes stehen können. Nach und nach erfuhren wir, dass die Tiere aufgrund einer Auflage des VET-Amtes dort so dringend weg mussten. Verwundert waren wir nicht. Die Vier ließen sich super verladen und fühlten sich bei uns gleich wie Zuhause. Es dauerte eine ganze Weile, bis sie wieder normal liefen, denn zu beginn liefen sie wie Störche, bei jeden Schritt zogen sie die Beine hoch. Kein Wunder, wenn man zuvor bis über's Sprunggelenk im Matsch steht (und die Zwerge fast bis zum Bauch).
Die Minis waren in einem sehr schlechten Zustand und standen dort (wie es leider viel zu oft der Fall ist) nur rum . Mit ihnen sollte angeblich gezüchtet werden, um die süßen kleinen Fohlen dann zu verkaufen.
Die Hufe waren schlecht (Fehlstellungen, Schnabelfüße etc.), die Augen verklebt und zu allem Übel hatten sie auch noch Milben.
Relativ schnell stellte sich raus, dass die Besitzer weder Pferdeverstand noch die notwendigen finanziellen Mittel hatten, um sich um die Tiere zu kümmern.
Letzten Endes übernahmen wir Summer und Cockie und die Haflinger Stute wurde gemeinsam mit dem 3. Shetty in gute Hände vermittelt.
Die Zwerge haben sich prächtig entwickelt und seit Mai 2013 bilde ich sie nun aus. Leider kannten und konnten die beiden bis dort hin so gut wie nichts. Wie es leider so oft bei Shettys und Minishetty der Fall ist. Sie sind süß und klein und laufen einfach nur mit. Was dann dazu führt, dass sie irgendwann zickig und biestig werden.